Unglückliches Pokalaus im 11m-Schießen

SV Kripp – SV Remagen 6:4 n. E. (0:1, 1:1, 2:2)

Nichts wurde es mit dem erhofften Viertelfinaleinzug im diesjährigen Kreispokal. Nach 120 packenden Minuten fiel die Entscheidung erst im 11m-Schießen, bei dem der Kripper Torwart David Reckhaus endgültig zum „man of the match“ wurde und mit zwei gehaltenen Strafstößen für das Weiterkommen seiner Mannschaft sorgte.

Die Partie begann mit einer deutlichen Überlegenheit des SV Remagen. Die Gastgeber überließen dem SVR das Spiel, hofften auf Fehler im Spielaufbau, um daraus dann per Konter Kapital schlagen zu können. Diesen Gefallen tat ihnen Remagen jedoch nicht, da der Ball sicher durch die eigenen Reihen lief und Trainer Tarek Mazih auf eine kontrollierte Offensive gesetzt hatte. Eine der ansehnlichen Kombinationen führte dann in der 12. Minute zur ersten hochkarätigen Torchance. Der wunderbar freigespielte Mehmet Zengin zögerte jedoch freistehend 8m vor dem Tor viel zu lange und scheiterte dann am prächtig reagierenden Torwart David Reckhaus, der nicht zum letzten Mal im Mittelpunkt des Geschehens stand. Kurz darauf war jedoch auch er machtlos, als Jens Werner einen Diagonalball herrlich mit der Brust annahm und von der Strafraumkante volley zum verdienten Führungstreffer traf. Mit dem 1:0 im Rücken bestimmte Remagen auch in der Folgezeit das Spielgeschehen, versäumte es jedoch gegen ausnahmslos verteidigende Gastgeber ein zweites oder sogar drittes Tor nachzulegen, da man – wie in den vergangenen Meisterschaftsspielen auch – beste Torchancen nicht verwerten und die spielerische Überlegenheit zur Vorentscheidung nutzen konnte.

So ging es mit einem aus Sicht der Gastgeber schmeichelhaften 0:1-Rückstand in die Pause. Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie dann ausgeglichener. Kripp agierte nun etwas offensiver und versuchte, den Remagener Spielaufbau konsequenter und früher zu stören. Hochkarätige Torchancen kamen bei den Bemühungen jedoch nicht heraus, die gab es immer noch nur auf Seiten des SVR. Jedoch scheiterten die Remagener Spieler immer wieder am Kripper Schlussmann oder der eigenen Unentschlossenheit. Dies sollte sich, wie so oft im Fußball rächen, denn Kripp gelang tatsächlich mit dem ersten richtigen Torschuss der Ausgleich. Hierfür musste allerdings ein äußerst strittiger Foulelfmeter herhalten. Geronimo Klapperich wurde nach Meinung des Schiedsrichters von Wissam Zeineddine unsanft von den Beinen geholt, hatte jedoch zunächst den Ball gespielt, ehe es zum Kontakt kam. Wie auch immer – Kevin Kostrewa fackelte nicht lange und verwandelte eiskalt zum 1:1. Aber auch hiervon ließ sich Remagen nicht verunsichern und suchte in einer jetzt offenen Begegnung noch in der regulären Spielzeit die Entscheidung. Die beste Gelegenheit verpasste Lokman Ünal, dessen Schuss aber leider nur an den Außenpfosten klatschte. Fünf Minuten vor dem Abpfiff dezimierte sich der SVK dann selbst, da Daniel Ley mit gelb-rot des Feldes verwiesen wurde. Diese nummerische Überlegenheit konnte der SVR jedoch erst in der zweiten Hälfte der Verlängerung gegen aufopferungsvoll kämpfende Kripper nutzen. Erneut war es Jens Werner, der nach schöner Vorarbeit von Lokman Ünal mit einem satten Schuss aus 14m zum 2:1 traf.

Wer jedoch dachte, dass dies die Entscheidung sei, hatte sich getäuscht. Mit dem Mute der Verzweiflung warf Kripp alles nach vorne und wurde für seinen unbändigen Kampfgeist tatsächlich belohnt. Zwei Minuten vor dem Ende der Verlängerung glückte dem am Boden liegenden Philipp Göddel – wenn auch aus klarer Abseitsposition – per Kopf (!) das 2:2, so dass es zum „showdown“ vom Elfmeterpunkt kam. Dort avancierte dann, wie eingangs bereits beschrieben, Torwart David Reckhaus zum Matchwinner, nachdem er schon während der Partie seine Mannschaft durch zahlreiche Paraden vor dem Ausscheiden bewahrt hatte.

Fazit: Nach zwei Niederlagen in den letzten beiden Meisterschaftsspielen, bei denen die Leistung alles andere als gut war, trat die Mannschaft beherzt und geschlossen auf und zeigte einen klaren Aufwärtstrend. Letztendlich scheiterte sie in einer überlegen geführten Partie nur an ihrer schlechten Chancenauswertung und einem glänzend aufgelegten Torwart auf Seiten der Gastgeber. Die gezeigte Leistung lässt hoffen, dass – beginnend mit dem Heimspiel am kommenden Sonntag – auch in der Meisterschaft das kleine Tief der vergangenen Wochen beendet ist.