SVR verliert in den Schlussminuten die Spielkontrolle

Unglückliche 1:3-Niederlage in Löf

Frust und Unverständnis war den Spielern des SV Remagen nach Abpfiff der Begegnung in Löf anzusehen. Knapp 80 Minuten hatte man das Geschehen beim Gastspiel an der Mosel im Griff und musste nach einer turbulenten Schlussphase doch noch ohne Punkte die Heimreise antreten.

Verletzungsbedingt musste Spielertrainer Tarek Mazih zunächst gleich auf vier Positionen die siegreiche Elf der vergangenen Woche umstellen und hatte als Ersatzspieler lediglich Norman Tischendorf und die angeschlagenen Max Harst und Jasser Bayyari zur Verfügung.

Dies merkte man der Mannschaft zu Spielbeginn an und es dauerte gut fünfzehn Minuten, ehe das Kombinationsspiel langsam auf Touren kam. Die Gastgeber überließen unserem Team das Spiel und lauerten auf Konter. Da die Defensivreihe der SG Löf jedoch relativ sicher stand, hatten Torraumszenen in Halbzeit eins trotz Remagener Feldüberlegenheit und einem deutlichen Plus an Ballbesitz eher Seltenheitswert. Lediglich zweimal ergab sich die Gelegenheit zum Führungstreffer, beide Chancen vereitelte jedoch der gegnerische Torwart.

Nach dem Seitenwechsel fanden die Gastgeber dann besser in ein jetzt ausgeglicheneres Spiel und traten etwas offensiver auf. Die Hintermannschaft des SVR agierte jedoch konzentriert und ließ zunächst keinen ernst zu nehmenden Torschuss zu. In der 58. Minute dann der verdiente Führungstreffer für den SVR. Einen von Löf zu kurz abgewehrten Ball nahm Mazih aus 20 m volley und der leicht abgefälschte Ball zappelte im Netz. Mit dem 1:0 im Rücken zog sich Remagen in der Folgezeit etwas zurück und versuchte seinerseits über Konter für die Entscheidung zu sorgen. In der 68. Minute ergab sich dann genau eine solche Situation. Jens Werner startete einen Sololauf vorbei an drei Gegenspielern, ehe ihn der vierte Löfer nach dem Abspiel auf Lokman Ünal höchst unsanft von den Beinen holte. Der Schiedsrichter entschied richtigerweise nicht auf Freistoß sondern auf Vorteil, allerdings vergab Seydou Traore die Vorlage von Ünal aus 6m kläglich freistehend vor dem Tor. Die fällige gelbe Karte an den Löfer Spieler zeigte der Schiedsrichter dann im Anschluss unverständlicherweise nicht – ärgerlich aus Remagener Sicht, denn dies hätte für den bereits verwarnten Spieler den Platzverweis nach sich gezogen. Keine fünf Minuten später der nächste Aufreger in der zunehmend hektischer werdenden Partie. Lokman Ünal machte sich von der Mittellinie auf in Richtung gegnerisches Tor und legte den Ball am herausstürmenden Torwart vorbei. Dieser wehrte den Ball mit den Händen ab und vereitelte damit das sichere 2:0 für den SVR. Da er sich jedoch außerhalb seines Strafraums befand, blieb dem Schiedsrichter keine andere Möglichkeit, als ihn mit Rot vom Platz zu stellen. Diese Überzahl wusste unsere Mannschaft dann jedoch leider nicht zu nutzen. Anstatt ruhig weiter zu spielen, ließ sie sich von der entstandenen Unruhe aus dem Konzept bringen und verlor völlig die Spielkontrolle. Leider trug auch der zunehmend konfuse Schiedsrichter dazu bei, in dem er in der 82. Minute Traore mit einer völlig unberechtigten gelb-roten Karte vom Platz stellte (selbst Trainer und Anhänger der Heimelf schüttelten verständnislos den Kopf über diese Entscheidung) und wieder für ein nummerisches Gleichgewicht sorgte. Unmittelbar danach glückte den Gastgebern dann nach einer Unachtsamkeit der Ausgleich. Und keine zwei Minuten später war die Begegnung endgültig gekippt. Gegen die vom 1:1 beflügelten Gastgeber rannte unsere Elf unverständlicherweise in einen Konter, der aber 20m vor dem Tor gerade noch gestoppt werden konnte – allerdings aus Sicht des Schiedsrichters durch ein Foul, wofür er Sebastian Gottschalk auch noch mit gelb-rot bestrafte. Den daraus resultierenden Freistoß hämmerte ein Löfer Akteur unhaltbar in den Torwinkel und es stand 2:1 für die Gastgeber. Diese knappe Führung ließen sie sich nicht mehr nehmen, stattdessen erhöhten sie in der Schlussminute durch einen Foulelfmeter noch auf 3:1.

Fazit: Die Partie endete mit einer höchst ärgerlichen und unnötigen Niederlage, für die es mehrere Faktoren gab. Die Mannschaft hat es zum Einen versäumt, auf eine überlegen geführte Begegnung rechtzeitig mit dem zweiten Treffer den „Deckel drauf“ zu machen, hat sich von der Hektik der letzten Viertelstunde anstecken lassen und dadurch den Gegner wieder stark gemacht. Zum anderen hat der Schiedsrichter mit einigen äußerst merkwürdigen Aktionen in der zweiten Halbzeit leider seinen Teil zum unglücklichen Spielausgang beigetragen. Nichtsdestotrotz stimmte die Leistung der Rumpfmannschaft über weite Strecken der Begegnung und macht Hoffnung für die nächsten Wochen.

Es spielten: Dominik Stahl, Wissam Zeineddine, Sebastian Gottschalk, Mario Müller, Quoc Viet Vu, Milkan Sargin, Mustafa Apaydin, Tarek Mazih, Lokman Ünal, Seydou Traore, Jens Werner