SVR behält im Derby gegen starken SV Kripp die Oberhand

SV Remagen – SV Kripp 3:2 (1:1)

Doppelpack von Zengin beim knappen 3:2-Sieg

Ein spannendes Derby mit einem glücklichen Ende für den SV Remagen sahen die rund 150 Zuschauer, von denen keiner sein Kommen bereuen musste.

Bei besten äußeren Bedingungen lieferten sich die beiden Lokalrivalen ein Spiel auf Augenhöhe, indem es emotional und kämpferisch zur Sache ging, aber trotz aller Rivalität nie unfair wurde. Die Gäste überraschten dabei insbesondere in der ersten Hälfte mit einer offensiven Spielweise. Anders als von Seiten des SVR erwartet, verlegten sich die Gäste nicht ausnahmslos auf die Defensive, sondern suchten permanent ihrerseits mit schnellem Spiel über außen ihre Chance.

Zunächst jedoch lief aus Remagener Sicht alles nach Plan. In der 10. Spielminute war es Mannschaftskapitän Jens Werner, der einen 60m-Pass von Sebastian Gottschalk gekonnt annahm und mit seinem Schuss aus spitzem Winkel den ansonsten sehr sicheren Torwart des SV Kripp überraschte. Die Gäste zeigten sich jedoch keineswegs geschockt und erzielten durch Adil Öksal nur zehn Minuten später den Ausgleich. Vorangegangen war eine gelungene Spielverlagerung mit anschließender scharfer Flanke vors Tor, die Öksal gekonnt per Kopf verwandelte. Und fast wäre ihm kurz darauf sogar die Führung gelungen, als er nach einem Missverständnis in der Remagener Hintermannschaft alleine auf das von Dominik Stahl gehütete Tor zulief, allerdings an dessen toller Reaktion scheiterte. Stahl zeigte sich wenige Minuten später erneut als Meister seines Fachs, als er einen Kopfball von Geronimo Klapperich aus kürzester Distanz um den Pfosten lenken konnte. Nach dieser Drangphase der Gäste, die man mit einigem Glück unbeschadet überstand, konnte sich Remagen wieder etwas befreien. In der 33. Minute gab es dann Strafstoß für den SVR. Turan Levent war nach schönem Doppelpass unsanft von den Beinen geholt worden und Schiri Alexander Müller zeigte folgerichtig auf den Punkt. Sebastian Gottschalk schritt zur Tat und verwandelte gewohnt sicher. Er wurde jedoch vom Schiedsrichter zurück gepfiffen, da dieser das zu frühe Hereinlaufen einiger Spieler monierte. Bei der fälligen Wiederholung (bei der im Übrigen, diesmal jedoch ungeahndet, erneut Spieler zu früh in den Sechzehner liefen) zeigte er dann erstmals bei einem Elfmeter Nerven und scheiterte an David Reckhaus. Bis zum Halbzeitpfiff blieb es dann beim 1:1.

In der Pause war das Trainergespann Mazih/Toeller gezwungen zu wechseln. Torschütze Jens Werner konnte verletzungsbedingt nicht weitermachen, für ihn kam Quoc Viet Vu ins Spiel. Nach Wiederbeginn änderte sich das Spielgeschehen. Remagen übernahm das Kommando, während sich die Gäste immer mehr zurückzogen. Für die erneute Remagener Führung sorgte allerdings kein gelungener Spielzug, sondern es bedurfte eines kurzen Blackouts in der Kripper Defensive. Mehmet Zengin ließ sich nicht zweimal bitten und schob überlegt zum 2:1 ein (52.). Der SVR machte weiter Druck, konnte jedoch aus seiner spielerischen Überlegenheit kein weiteres Kapital schlagen. Die Gäste verteidigten geschickt, so dass es nur gelegentlich zu gefährlichen Torabschlüssen kam. Die beste Gelegenheit zum 3:1 hatte Turan Levent, dessen platzierten Schuss David Reckhaus im Kripper Tor jedoch mit einer Glanzparade abwehren konnte (62.). So blieb es weiterhin spannend und die Gäste agierten in der Schlussviertelstunde wieder etwas offensiver. Und tatsächlich gelang ihnen mit dem ersten Torschuss der zweiten Halbzeit der nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleich. Eine zu kurze Kopfballabwehr fiel Kapitän Nils Meyer 20 m vor dem Tor vor die Füße und dessen Schuss fälschte der gerade eingewechselte Philipp Göddel unhaltbar zum 2:2 ab (88.). Wer jetzt dachte, Remagen gäbe sich mit dem Remis zufrieden, sah sich getäuscht. Mit dem unbedingten Willen, die drei Punkte zu gewinnen, warf man alles nach vorne und tatsächlich glückte Mehmet Zengin mit dem 3:2 kurz darauf zum dritten Mal an diesem Tag die Führung für den SVR. Nunmehr setzte Kripp verständlicherweise alles auf eine Karte, um doch noch einen Punkt mitzunehmen. Leider nutzte der SVR die sich dabei bietenden Konterchancen nicht, um für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Man konnte aber zumindest mit vereinten Kräften alle Angriffe abwehren, ehe der Schiedsrichter nach mehr als fünfminütiger Nachspielzeit die Partie endlich beendete.

Fazit: Dank einer Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit sicherte sich die Mannschaft einen knappen, aber letztlich verdienten Sieg. Allerdings hätte man durchaus in Halbzeit eins auch schon vorentscheidend in Rückstand geraten können, konnte sich jedoch in den entscheidenden Situationen auf die Paraden von Schlussmann Dominik Stahl verlassen. Mit nunmehr 15 Punkten hat man sich etwas Luft im Abstiegskampf verschafft, ist aber spielerisch immer noch nicht da, wo man hinmöchte. Ein Sonderlob verdiente sich neben Doppeltorschütze Mehmet Zengin noch Abwehrchef Sebastian Gottschalk, der sich in jeden Zweikampf und Ball warf und mit Schlussmann Dominik Stahl dafür sorgte, dass der Ball nur zweimal im Remagener Gehäuse landete.

Es spielten: Dominik Stahl, Nils Meyer, Milkan Sargin, Sebastian Gottschalk, Alexander Huhmann, Mustafa Apaydin, Tarik Mazih, Mehmet Zengin, Turan Levent (69. Marco Toeller), Jens Werner (46. Quoc Viet Vu), Allesandro Langone (84. Mustafacan Bebek)