Derbysieg in Löhndorf – Schlussmann Martin Beck rettet trotz verletztem Knöchel den Sieg!!!

SG Westum/L. – SV Remagen 2:3 (0:1)

Nichts für schwache Nerven war das gestrige A-Klassen-Derby zwischen der heimischen SG Westum/Löhndorf und unserer 1. Mannschaft. Nach dramatischen und hochspannenden 95 Spielminuten stand unterm Strich ein knapper, aber verdienter 3:2-Sieg des SVR, der sich damit drei ganz wichtige Zähler im Abstiegskampf sicherte.

Der SVR ging mit einigen Unwägbarkeiten in die Partie. Da die beiden etatmäßigen Schlussleute Sibari und Schunk verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen und auch Aushilfskeeper Micki Bey passen musste, erklärte sich Martin Beck, Torwart der AH, kurzfristig bereit das Tor zu hüten. Zudem war man sich im Remagener Lager nicht sicher, wie sich die „Unruhe“ rund um Trainer Tarik Mazih unter der Woche auf die Leistung der Mannschaft auswirken würde.

Aber entgegen aller Befürchtungen nahmen die Spieler rund um ihren Coach vom Anpfiff weg den Derbyfight an und zeigten eine klasse Leistung. Zweikampfstark und immer um einen kontrollierten Spielaufbau bemüht, ließ man die Gastgeber nicht ins Spiel kommen. Neuzugang Kai Weber hinterließ in seiner ersten Partie von Beginn an als Innenverteidiger einen sehr guten Eindruck und Kapitän Sebastian Gottschalk rückte für ihn auf die Position des rechten Außenverteidigers, wo er viel Druck nach vorne entwickelte. Bis auf einen platzierten Distanzschuss, den Martin Beck reaktionsschnell parierte, konnten die Gastgeber keine Torchancen herausspielen, während Remagen des Öfteren gefährlich vor dem Westumer Schlussmann auftauchte, die letzte Konsequenz im Abschluss jedoch vermissen ließ. Als sich alle bereits auf ein torloses Unentschieden zur Pause eingestellt hatten, zeigte Alessandro Langone, der eine insgesamt herausragende Partie ablieferte, seine technische Extraklasse. Nach einem feinen Dribbling zog er aus gut und gerne 20 m ab und ließ Kevin Möhren im Tor der Gastgeber keine Abwehrchance. Der stramme Schuss sprang jedoch vom Torgestänge sofort wieder ins Spielfeld zurück, was von der Schiedsrichterin übersehen wurde. Diese entschied daher kurioserweise zunächst auf Torabstoß. Nach Remagener Protesten und dank des fairen Verhaltens einiger Westumer Verantwortlichen, die sich hinter dem Tor befanden und die Schiedsrichterin auf ihren Irrtum hinwiesen, korrigierte diese ihre Fehlentscheidung glücklicherweise und es ging mit der verdienten 1:0-Führung für den SVR in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel rechnete jeder, nicht zuletzt auch aufgrund einer von Westums Trainer Seiler vorgenommenen offensiven Einwechslung, mit einer Reaktion der Gastgeber. Doch stattdessen gab es einen Doppelschlag des SVR zu sehen. Zunächst setzte Innenverteidiger Mario Müller zu einem unwiderstehlichen Sololauf über den gesamten Platz an und vollstreckte eiskalt zum 2:0 (49.). Keine fünf Minuten später führte ein perfekt vorgetragener Konter über Sebastian Gottschalk, dessen präzise Hereingabe Turan Levent verwertete, zum 3:0. Die Gastgeber gaben sich jedoch nicht auf und versuchten, angetrieben von ihrem Kapitän Carsten Ritterath, den Anschluss herzustellen. Nachdem Remagen eine hundertprozentige Gelegenheit zum sicherlich entscheidenden 4:0 nicht nutzen konnte, begann eine dramatische letzte halbe Stunde. Zunächst fiel das vermeintliche 1:3, welchem die Schiedsrichterin jedoch trotz vehementer Wetumer Proteste die Anerkennung verweigerte, da der Ball ihrer Meinung nach die Torlinie nicht in vollem Umfang überschritten hatte. Kurz darauf der nächste Aufreger. Torwart Martin Beck wurde nach einem abgefangenen Westumer Angriff mit dem Ball in der Hand von einem Westumer Spieler völlig unnötig und heftig attackiert. Trotz Schmerzen und eingeschränkter Bewegungsfähigkeit spielte er jedoch humpelnd bis zum Ende der Begegnung weiter. Im Nachhinein stellte sich die Verletzung im Krankenhaus als Knorpelschaden im Knöchel heraus!!!!

Westum erhöhte in der Schlussviertelstunde nochmals den Druck und versuchte vornehmlich mit langen Bällen und nach Standardsituationen zum Torerfolg zu kommen. Knapp zehn Minuten waren noch zu spielen, als Timo Clemens verletzungsbedingt behandelt werden musste. Die vorübergehende Unordnung in der Remagener Defensive und die nummerische Überzahl nutzte Westum per Kopf zunächst zum 1:3 und kurze Zeit später sogar zum 2:3. Clemens kehrte glücklicherweise anschließend aufs Spielfeld zurück, allerdings sah Wissam Zeineddine unmittelbar danach die gelb-rote Karte und sorgte für die verbleibende Spielzeit erneut für Remagener Unterzahl. Mit aller Macht stemmten sich unsere Spieler gegen den drohenden Ausgleich. Nachdem der sichtlich angeschlagene Martin Beck in der 90. Spielminute einen gefährlichen Distanzschuss erfolgreich zur Ecke abwehren konnte, hieß es in der Nachspielzeit nur noch „weg mit dem Ball“. Nach  5-minütiger Nachspielzeit pfiff Schiedsrichterin Annika Klapper dann endlich ab und der hart erkämpfte Dreier war unter Dach und Fach!

Fazit: Ein Derby mit allem (außer einem Elfmeter) was dazu gehört, bekamen die Zuschauer geboten. Dabei machte es der SVR nach einer scheinbar beruhigenden 3:0-Führung noch unnötig spannend und hatte am Ende des Glück des Tüchtigen, dass es zum knappen 3:2-Sieg reichte. Einziger, aber sehr großer Wermutstropfen aus Remagener Sicht bleibt die schwere Verletzung von Martin Beck, der seine spontane Hilfsbereitschaft, als Torwart einzuspringen und auszuhelfen, leider nach einem unnötigen Foulspiel teuer bezahlen musste. Wir hoffen, dass der Heilungsprozess gut verläuft und er bald wieder gesund ist.

Es spielten: Martin Beck, Timo Clemens, Kai Weber, Mario Müller, Sebastian Gottschalk, Musti Apaydin, Tarik Mazih (70. Wissam Zeineddine), Alessandro Langone (78. Ilias Elasri), Zakaria Al Arroudi, Turan Levent, Mo El Amrani