Derbyniederlage in Kripp

SV Kripp – SV Remagen 2:1 (1:1)

Knapp und sehr unglücklich musste sich unsere 1. Mannschaft beim Gastspiel in Kripp geschlagen geben. Dabei stand in den letzten 25 Minuten der bis dahin eigentlich unspektakulären Begegnung weniger das sportliche Geschehen, als viel mehr Hektik und die Entscheidungen des Schiedsrichters im Vordergrund.

Bei bestem Fußballwetter übernahm der SV Remagen vom Anpfiff weg die Kontrolle über Gegner und Spiel. Entweder versuchten die Spieler von Tarik Mazih mit langen Bällen zu agieren oder aber auch über Kombinationen vor das Kripper Gehäuse zu gelangen. Zunächst scheiterte jedoch Nachwuchsstürmer Turan Levent zweimal alleine vor Kripps Keeper David Reckhaus, der beim ersten Mal prächtig parierte und einige Minuten später das Glück des Tüchtigen hatte, als der Heber von Levent das Tor um Zentimeter verfehlte. In der 20. Minute war dann aber auch er machtlos, als ihm der schön frei gespielte Alessandro Langone mit seinem platzierten Schuss aus 20 m keine Abwehrchance ließ und das hoch verdiente 1:0 für den SVR erzielte. Remagen setzte nach und hätte um ein Haar die Führung ausgebaut. Allerdings scheiterte der aufgerückte Sebastian Gottschalk mit seinem Kopfball aus kürzester Distanz am abermals glänzend reagierenden Reckhaus. Permanent lag das 2:0 in der Folgezeit in der Luft, fiel aber nicht. Und wie so häufig rächt sich das Auslassen der Torchancen für die klar überlegene Mannschaft. Mit dem ersten Torschuss glückte den Gastgebern nach 35 Minuten überraschend der Ausgleich durch Mannschaftskapitän Nils Meyer. Mit diesem aus Kripper Sicht sehr schmeichelhaften Unentschieden ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel gestalteten die Gastgeber die Partie ausgeglichener, da sie sich in den Zweikämpfen besser behaupteten und eine andere Einstellung an den Tag legten. Torchancen blieben jedoch zunächst Mangelware, die Begegnung spielte sich zu großen Teilen im Mittelfeld ab.

In der 64. Minute kam es dann in der bis dahin zwar intensiv aber fair geführten Partie zu einem unschönen und letztlich vorentscheidenden Vorfall. Ein Kripper Spieler setzte einem langen Ball hinterher, wurde jedoch im Sprintduell von Mario Müller abgelaufen und überholt. In diesem Moment stieß er -ohne Chance den Ball noch spielen zu können- Müller von hinten in den ihnen entgegenkommenden Torwart Michael Bey. Beide Remagener Spieler prallten in hohem Tempo frontal aufeinander, gingen sofort zu Boden und dort reglos liegen. Unverständlicherweise ahndete der Schiedsrichter dieses extrem unsportliche Verhalten, bei dem eine Verletzung beider Remagener Spieler in Kauf genommen wurde, nur mit der gelben Karte. Über diese Entscheidung regten sich nachvollziehbar Remagener Spieler und Zuschauer auf, was darin gipfelte, dass der Schiedsrichter auch noch Sebastian Gottschalk mit der gelb-roten Karte des Feldes verwies. Glücklicherweise kam es durch den Zusammenprall bei beiden Spielern nicht zu ernsthaften Kopf- bzw. Gesichtsverletzungen, so dass die nach einer Behandlungspause mit „Brummschädel“ immerhin weiterspielen konnten.

In Unterzahl und entsprechend aufgeregt gelang es dem SVR in der Folgezeit nicht mehr, so dominant wie vorher aufzutreten. Die Gastgeber witterten ihre Chance und nutzten kurz darauf ihre zweite Möglichkeit im Spiel zum Führungstreffer. Das dieses Tor ausgerechnet durch den Spieler erzielt wurde, der eigentlich die rote Karte hätte sehen müssen, machte die Sache aus Remagener Sicht noch bitterer.

Der SVR war im weiteren Spielverlauf bemüht den Ausgleich zu erzielen, wurde aber in seinem Bestreben durch einen weiteren Platzverweis (80. Minute) geschwächt. Alexander Huhmann kam in einem Zweikampf mit dem Kripper Kapitän den Bruchteil einer Sekunde zu spät und traf statt des Balls nur noch seinen Gegner, der jedoch zum Glück ohne Behandlung weiterspielen konnte. Hier entschied sich der Schiedsrichter – im Gegensatz zur oben beschriebenen Szene – sofort zur roten Karte, da der Spieler seiner Meinung nach bei der Zweikampfführung die Verletzung des Gegenspielers in Kauf genommen habe. Unverständlich aber nicht zu ändern, warum er die Szenen unterschiedlich bewertete!

Aber auch mit doppelter Unterzahl steckte die Mannschaft nicht den Kopf in den Sand, sondern versuchte weiterhin, zumindest einen Punkt mitzunehmen. Fast wäre dies bei einem Angriff über Turan Levent sogar noch gelungen, allerdings wurde er in letzter Sekunde noch fair am Torabschluss gehindert. Kripp selbst kam nicht mehr gefährlich vor das Remagener Tor, brachte aber letztlich die knappe Führung über die Zeit.

Fazit: Erneut musste die 1. Mannschaft den Platz als Verlierer verlassen. Ausschlaggebend dafür war zum einen das Auslassen der zahlreichen Großchancen in Halbzeit eins, in der man den „Sack“ bereits hätte zu machen können, eine gnadenlose Effektivität der Gastgeber, die aus zwei Chancen zwei Tore machte und eine leider in Halbzeit zwei aus Remagener Sicht sehr „unglückliche“ Schiedsrichterleistung.

Positiv herauszustellen ist, dass die Mannschaft trotz der Vorkommnisse sehr besonnen reagierte und bis zum Schluss nicht aufsteckte.

Aufgrund der zeitgleichen Niederlage des Drittletzten Eich kann die Mannschaft nun auch theoretisch nicht mehr absteigen, so dass die völlig verkorkste Saison noch ein „positives“ Ende nimmt. Vielleicht sorgt dies nochmal für einen Motivationsschub und ermöglicht in den beiden noch ausstehenden Partien das lang ersehnte Erfolgserlebnis.