1:4-Niederlage der 1. Mannschaft

TuS Kottenheim – SV Remagen 4:1 (1:1)

Verkehrte Welt in Kottenheim

Völlig gefrustet und kopfschüttelnd verließen die Akteure des SV Remagen am Sonntagnachmittag das Spielfeld, nachdem der Schlusspfiff des guten Schiedsrichters Marcel Kaiser ertönt war. Viel hatten sich die Spieler nicht vorzuwerfen, lediglich zwei Unachtsamkeiten und hier und da ein wenig fehlende Konzentration im Abschluss. Aber trotz allem Stand unterm Strich eine deutliche Niederlage, die jedoch den Spielverlauf bzw. die gezeigte Leistung in keiner Weise wiederspiegelt.

Zunächst war Spielertrainer Tarik Mazih gezwungen, seine Formation verletzungsbedingt auf einigen Positionen zu verändern. Rasouk Daoud, Nils Meyer und Milkan Sargin standen nicht zur Verfügung und wurden durch Mario Müller, Chris Braß und Samuel Mäurer ersetzt.

Die Partie begann im Kottenheimer Waldstadion zunächst ausgeglichen. Beide Teams belauerten sich in den ersten zehn Minuten, wobei der SVR trotz der Umstellungen bereits in dieser Phase die bessere Spielanlage zeigte und auf dem matschigem Untergrund versuchte, sein Kombinationsspiel aufzuziehen. Der Gastgeber hielt kämpferisch dagegen, lauerte auf Kontergelegenheiten und nutzte nach gut einer Viertelstunde einen unnötigen Remagener Ballverlust zur 1:0-Führung. Der SVR zeigte sich allerdings hiervon relativ unbeeindruckt und bestimmte weiterhin das Geschehen. Der Druck auf das Tor der Gastgeber wuchs stetig und der Ausgleich lag förmlich in der Luft. Kottenheim selbst fand offensiv im Grunde genommen überhaupt nicht mehr statt, lediglich ein einziges Mal sorgte ein missglückter Fehlpass im Remagener Aufbauspiel dafür, dass der Kapitän der Gastgeber mutterseelenallein vor Dominik Stahl auftauchte, den Ball jedoch nicht im Tor unterbringen konnte. Es dauerte jedoch trotz diverser Möglichkeiten, bei denen der gegnerische Torwart mehrfach glänzend reagierte, bis zur 42. Minute, ehe ein abgefälschter Schuss von Mehmet Zengin endlich zum hochverdienten Ausgleich führte. Als kurz darauf der Halbzeitpfiff ertönte, waren sich alle Betrachter einig, dass es sich aus Sicht der Gastgeber um ein sehr schmeichelhaftes Remis handelte. In der Kabine beschwor Trainer Mazih seine Jungs, nach der Pause genauso weiter zu spielen. Hochmotiviert begannen die Spieler die zweiten 45 Minuten, mussten jedoch kurz nach Wiederbeginn einen Nackenschlag verdauen. Eine missglückte und zu kurz geratene Abwehr nach einem Eckball landete beim Gegner, der aus der Drehung genau in den Winkel zur erneuten Führung traf. Wütende Angriffe des SVR waren die Folge und kurz darauf wäre auch fast der Ausgleich geglückt. Allerdings zeigte sich in dieser Szene, wie nah Erfolg bzw. Misserfolg beieinander liegen. Gleich viermal innerhalb von wenigen Sekunden hatte der Remagener Anhang den Torschrei auf den Lippen. Glanzparade des Torwarts, zweimal von Verteidigern auf der Linie geklärt und ein Lattentreffer – nur das Tor wollte nicht fallen. Auch in der Folgezeit bestimmte der SVR das Spiel und versuchte alles, um noch zumindest den erneuten Ausgleich zu erzielen. Aber immer wieder scheiterte man am Torwart der Gastgeber und hatte bei zwei weiteren Pfostentreffern einfach nur Pech. Mit zunehmender Spieldauer wurde dann verständlicherweise die Defensive etwas gelockert und acht Minuten vor dem Abpfiff führte ein Konter zur endgültigen Entscheidung. Aber auch hier profitierte Kottenheim vom Pech des SVR. Sebastian Gottschalk rutschte auf dem matschigen Platz aus, so dass der gegnerische Stürmer unbedrängt einschießen konnte. Der Treffer zum 4:1-Endstand in der Schlussminute, erneut nach einem Konter, hatte dann lediglich kosmetische Bedeutung.

Fazit: Die Partie war ein Paradebeispiel dafür, wie ungerecht Fußball sein kann. Die klar bessere Mannschaft verliert eine Partie, in der sich der Gegner dank einer enormen Effektivität, viel Glück und einem starken Torwart drei Punkte sichert.

Es spielten: Dominik Stahl, Sebastian Gottschalk, Chris Braß (75. Seydou Traore), Mario Müller, Turgut Levent, Mustafa Apaydin, Samuel Mäurer, Oli Diefenbach (78. Jens Werner), Lokman Ünal, Mehmet Zengin, Tarik Mazih